Neujahr


Einband, Buchumschlag zu Neujahr von Juli Zeh. Rezension, Bewertung und Zusammenfassung

Neujahr von Juli Zeh wurde mir von einer Bekannten empfohlen und wenn ich mich an das Buch zurückerinnere, dann mit gemischten Gefühlen. Grundsätzlich ein gutes Buch, mit wenigen Seiten, sodass ich das Buch relativ schnell gelesen hatte. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt – Teile zwei und drei fand ich besser, als den Ersten. Ich hatte anfangs grosse Mühe mich wirklich in Henning hineinzuversetzen und mit ihm zu fühlen, was sich im zweiten Teil aber radikal änderte! Den zweiten Teil verschlang ich im Rekordtempo und war so im Lesefluss, dass ich gleich das ganze Buch fertig las. Zugegeben, der dritte Teil ist eher kurz und dient nur noch dazu, einige offene Fragen zu klären.

 

Das Buch ist etwas ganz Anderes, als was ich sonst lese. Kein Science-Fiction, kein Fantasy, sondern ein einfacher Roman mit fesselnder Handlung. Grundsätzlich finde ich, dass sich jedermann für diesen Roman begeistern lässt. Wenn du allerdings ein hardcore Horror-Leser bist, dann lässt du lieber die Finger davon. Allen anderen kann ich das Buch wärmstens empfehlen!

Mein Fazit

Meine Bewertung dieses Buchs sind solide 8/10 Punkten. Abzug gibt's dafür, dass der Einstieg ins Buch eher schwerfällig ist. Ansonsten ein empfehlenswertes Buch, mit einer spannenden Geschichte, bei welcher der Leser definitiv mitfühlt.

Die Autorin

Juli Zeh ist 1974 in Bonn, Deutschland, geobren und studierte Jura in Passau. 2001 veröffentlichte sie ihren ersten Roman "Adler und Engel", welcher zum Hit wurde. Mitlerweile wurde die deutsche Autorin mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Zahlen und Fakten

Seiten: 194

Verlag: Luchterhand

Herausgabedatum: 10.09.2018

ISBN: 978-3630875729

 

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Rezension (Achtung Spoilers!)

Ich muss hier ehrlich sein, der Anfang ist langweilig. Die ersten, sagen wir 70 Seiten, fand ich wirklich langweilig. Alles was darin beschrieben wird, ist wie Henning auf einen Berg fährt – toll. Spannend wird’s dann als er dann das Haus findet, in welchem er als Kind schon mal war. Stilistisch ist der erste Teil schon recht gut, besonders durch das ständige «Erster-Erster», wobei der Leser nicht genau weiss, was das soll.

 

 

Grundsätzlich ist das Buch ja bereits von Juli Zeh in drei Teile aufgeteilt worden. Der erste Teil, den wir bereits besprochen haben, der sich über die ersten knapp 100 Seiten zieht und nichts anderes beschreibt als Henning beim Fahrradfahren und nachdenken. Klar, einige Gedankengänge sind interessant und der Leser ist sich nicht ganz sicher, was «ES» genau ist, spannend wird’s meiner Meinung nach dann im zweiten Teil. Dort wo sich Henning wieder erinnert und als kleiner Junge mit seiner Schwester Luna die Ferien nochmals erlebt.

 

 

Diesen Teil habe ich in kürzester Zeit gelesen und in mir Kombinationen von Emotionen ausgelöst, die ich vorher noch nicht kannte. Vom einen Moment auf den Anderen war ich völlig mitfühlend mit Henning und Luna. Der eine Satz brachte mich fast zum ausrasten, ab der «Brutalität» von Henning, im Nächsten musste ich über ein Missgeschick lachen, welches den Beiden passierte und im dritten Satz begann ich fast zu weinen, ab der aussichtslosen Lage von Henning und Luna.

 

 

Bemerkenswert finde ich wie realitätsnah Juli Zeh diesen Teil beschrieben hat. Fast jeden Gedankengang von Henning konnte ich irgendwie nachvollziehen und dachte mir, dass ich vermutlich genauso auch reagiert hätte.

 

 

Spannend zu beobachten, fand ich wie Henning sich immer mehr in der Rolle des älteren Bruders zurechtfand. Plötzlich tat er Dinge, die bisher nur seine Eltern taten, er wechselte Lunas Windeln oder zog ihr entsprechende Kleidung an. Auch versuchte er immer einen gewissen Optimismus an den Tag zu legen, gerade auch im seine kleine Schwester nicht noch mehr zu verängstigen. Dies machte es dann um so herzzerreissender, wenn eine weitere Hoffnung der Kinder platzte.

 

 

Nun muss ich sagen, dass der zweite Teil bei weitem der schwierigste war zu lesen und dann auch zu verdauen. Die Vorstellung dieser beider Kinder, allein irgendwo in der Fremde ist ein perfekt getroffenes Thema und löste zumindest in mir einige versteckte Ängste aus. Man erinnere sich nur an die Zugfahrten mit den Eltern. Wenn die Eltern dann schnell ausstiegen, um sich die Beine zu vertreten, spielte ich in meinem Kopf verschiedene Horrorszenarien durch, was passierte, wenn sie nicht wieder einstiegen und den Zug verpassten. Deshalb finde ich die Prämisse dieses Buchs genial. Das Buch behandelt ein Thema, eine Horrorvision, die von den meisten von uns als Kind geteilt wurde. Nur dass sie nun Henning und Luna wiederfährt und gottseidank nicht uns als Kind.

 

 

Der dritte Teil war weder schlecht noch hervorragend. Er musste da sein, um einige abschliessende Fragen zu beantworten und dem Leser ein einigermassen zufriedenstellendes Ende zu gewähren.

 

 

Deshalb nun zum Schluss, welchen ich zuerst etwas seltsam fand. Was nützt es nun Henning, dass er Luna einfach auf die Strasse wirft? Und wieso lockert «ES» danach seinen Griff? Erst nach einigem Nachdenken wurde mir klar, dass das Verhältnis von Henning zu Luna sich während diesem traumatischen Erlebnis für immer verändert hat. Bis ins Erwachsenenalter glaubt er noch immer in dem Haus gefangen zu sein und auf seine kleine Schwester aufzupassen, so sehr, dass er sie nicht loslassen kann. Plötzlich wird ihm dies dann klar, seine ständige Angst um Luna, war «ES». Also wirft er Luna hinaus, sie muss nun selbstständig werden und sich selber versorgen, ohne dass Henning sie immer aufnimmt.

 

 

Ich muss zugeben, dies ist meine Interpretation des Endes und ich kann mich auch komplett täuschen. Zudem liegt die Lektüre des Buches bereits einige Wochen zurück, weshalb ich mich eventuell an wichtige Details nicht mehr erinnere.

 

Jedenfalls ist das Buch sehr empfehlenswert! Anzumerken ist lediglich, dass es kein einfaches Buch ist zum Verdauen, besonders der zweite Teil ist anspruchsvoll. Dennoch ist es eine spannende Lektüre, welche die Zeit vergehen lässt und einen sogar etwas in grübeln bringt. Wie würde ich wohl reagieren?

 

 

 

fls


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