Flugangst 7A

Flugangst 7A, Sebastian Fitzek, Rezension, Bewertung und Zusammenfassung, Psychothriller

Flugangst 7A hat viel Lob erhalten. Als Thriller-Fan konnte ich das natürlich nicht ignorieren und entschloss mich deshalb, das Buch selbst zu lesen. Ich wurde definitiv nicht enttäuscht, auch wenn es nicht mein Lieblingsbuch ist. 

 

 

In Flugangst 7A gelingt es Sebastian Fitzek durch einen schönen und flüssigen Schreibstil, sowie verschiedene stilistische Elemente schnell Spannung und Drama aufzubauen. Der Leser fühlt sich rasch involviert, was der Autor geschickt ausnützt, um uns oftmals auf die Folter zu spannen. 

 

 

Mit Flugangst 7A ist Sebastian Fitzek definitiv ein packender, action-geladener Thriller gelungen, der einen nicht so schnell loslässt, hat man einmal die erste Seite gelesen. Bei mir waren’s sechs Tage, dann hatte ich das ganze Buch gelesen. 

 

 

Ich kann das Buch jedem Thriller-Fan empfehlen. Ich weiss nicht, ob und wann ich nochmals etwas von Sebastian Fitzek lesen werde, denn für mich gibt es Autoren, die meinen Buchgeschmack noch etwas besser treffen.


Mein Fazit

Ich bewerte dieses Buch mit 7,5/10 Punkten. Nicht mein Lieblingsthriller, aber dennoch ein solides Buch, mit spannender Handlung, glaubwürdigen Charakteren und einem tollen Schreibstil des Autors.

Der Autor

Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Er studierte Jura und 2006 gelang ihm mit Die Therapie der Durchbruch. Seither hat er unzählige Bücher verfasst, welche teilweise verfilmt wurden.

Zahlen und Fakten

Seiten: 416

Verlag: Knaur TB

Herausgabedatum: 25. Oktober 2017

ISBN: 978-3426510193

 

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Rezension (Achtung Spoilers)

Beginnen wir also mit meiner Rezension von Flugangst 7A und zwar gleich mit einer kurzen Zusammenfassung der Geschehnisse im Buch. 

 

 

 

Dr. Mats Krüger ist ein Psychiater, der nach dem Tod seiner Frau seine Zelte in Deutschland abbrach und nach Brasilien auswanderte. Er liess dabei seine Tochter Nele und eine Ex-Freundin Felicitas Heilmann zurück. Nun ist seine Tochter schwanger und hat ihn gebeten zur Geburt nach Deutschland zurück zu kehren. Mats hat furchtbare Flugangst, lässt es sich aber nicht nehmen seiner Tochter bei der Geburt bei zu stehen. Doch bereits kurz nach dem Start, erhält Mats einen Anruf. Ihm wird mitgeteilt, dass seine Tochter entführt wurde und sterben würde, falls er nicht täte, was man von ihm verlangt. 

 

 

 

Kaja Claussen ist Purserin (also ranghöchste Flight-attendant) und war früher bei Mats in Behandlung. Sie hatte gewalttätige Fantasien und wollte diese in die Tat umsetzen, was Mats verhindern konnte. Nun soll er Kaja genug psychischen Schaden zufügen, dass sie labil wird und das Flugzeug zum Absturz bringt. 

 

 

 

Das Buch folgt nun unter anderem Mats, wie er versucht in dieser ausweglosen Situation, doch noch das Richtige zu tun. 

 

Soweit zur Handlung, welche sehr viel versprechend klingt und von Sebastian Fitzek kompetent umgesetzt wird. Besonders gefiel mir Fitzeks Schreibstil. Verschiedene Elemente tragen dazu bei, dass das Buch nie langweilig wird und der Leser dennoch nicht immer alles versteht. 

 

 

 

Zum einen ist es Fitzeks Kapitelaufbau. Nicht jedes Kapitel ist aus der Sicht von Mats erzählt. Die Perspektive wechselt oft. So wechselt das Buch oftmals zwischen Orten hin und her, also beispielsweise zwischen Mats und Nele. Andererseits werden uns Szenen oftmals aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Einmal ein Kapitel von Nele. Das nächste Kapitel dann aus der Sicht von Franz, ihrem Entführer.  

 

 

 

Das Ganze wird noch spannender, dadurch das Fitzek dem Leser immer wieder Einblick in die Gedanken der erzählenden Person gibt. In kursiver Schrift, beschreibt er die Gedanken, welche die Person im Moment beschäftigen. Dies ermöglicht ein detaillierter Einblick in das Innenleben der beteiligten Personen, sowohl der Opfer, als auch der Täter. Es verhält sich ähnlich, wie mit dem “Inneren Monolog”, der von Arthur Schnitzer in Fräulein Else geprägt, ja fast erfunden wurde. In Flugangst 7A findet sich eine abgeschwächte Version. Oftmals handelt es sich nur um kurze Sätze oder Satzfragmente. 

 

 

 

Dies reicht allerdings aus, um uns einen Einblick in die Charaktere zu geben, sodass wir ihr Innenleben und ihre Motive besser verstehen. Dies erhöht unser Engagement mit der Geschichte.  Fitzek hat dies, meiner Meinung nach, sehr kompetent umgesetzt, was ich an mir selbst merkte. 

 

 

 

Allerdings stellte sich mir eine grosse Frage; Ist dieses Buch wirklich ein Psychothriller? Wenn ich das Wort Psychothriller höre, denke ich an einen Film wie Shutter Island oder an ein Buch wie Annihilation von Jeff Vandermeer (dt. Auslöschung). Dies sind für mich Psychothriller. Ein Buch oder ein Film (das Medium spielt nicht so eine Rolle), wo nichts so ist wie es scheint. Der Leser wird immer auf Trab gehalten, weiss nie was als Nächstes passiert und er fühlt sich unwohl beim Lesen des Buches. 

 

 

 

All dies war bei mir nur begrenzt der Fall. Klar, ich wollte wissen was mit Nele passiert. Klar, ich wollte wissen, ob Mats das Flugzeug wirklich zum Absturz bringt. Trotzdem fühlte ich mich weniger angespannt während der Lektüre. Dies hat unteranderem den folgenden Grund, den ich bereits in meiner Rezension über Tripwire von Lee Child (Rezension auf Englisch) beschrieben habe. 

 

In Flugangst 7A wird Spannung primär durch Gewalt und Brutalität aufgebaut. Es ist nicht zu leugnen, dass das Buch sehr blutrünstig ist. Einige Personen sterben und gerade die Passagen von Nele, erzählt aus ihrer Lage als Entführungsopfer sind recht brutal. 

 

 

 

Für mich ist dies nicht die optimale Art und Weise, um Spannung zu erzeugen. Es funktioniert mehr oder weniger gut, fühlt sich für mich aber nicht komplett an. Um für mich effektiv Spannung zu erzeugen braucht es vor allem den richtigen Ton des Buches. Es muss eine passende Stimmung geschaffen werden, dann können auch Elemente der Brutalität funktionieren. 

 

Allerdings gelingt es Fitzek sehr gut, den Leser oft im Dunkeln zu halten. Seine Kapitel enden häufig so: 

 

·        Und was Mats sah, konnte er selbst nicht glauben. 

 

·        Wenn diese Schlussfolgerung stimmte, dann konnte das nur Eines bedeuten. 

 

·        Hinter ihm stand die einzige Person, von der er es nie erwartet hätte. 

 

·        Diese Entdeckung änderte alles. 

 

 

 

Das ist sehr effizient, den der Leser (oder zumindest ich) pausiert das Buch, um selbst zu überlegen, zu welcher Schlussfolgerung Mats gerade gekommen ist. Mir gelang das selten und ich musste weiterlesen, um zu erfahren was es mit dem Ende des letzten Kapitels auf sich hatte. 

 

 

 

Besonders gelungen fand ich das Ende und die geschickte Verknüpfung mit dem Anfang. Mats gelingt es Kaja zu überwältigen, allerdings trifft in eine Pistolenkugel im Kopf. Er kommt im Spital wieder zu sich, kann allerdings weder sehen noch hören noch riechen. Er leidet am Locked-In Syndrom. Im Buch wird zur Genüge erklärt, was das genau ist, weshalb ich es hier nicht nochmals tun werde. 

 

 

 

Mittels Mikrophons kann der Chefarzt Dr. Roth mit Mats kommunizieren und Mats antwortet auf Ja/Nein Fragen mittels Zucken der Augenlider. Das allererste Kapitel im Buch zeigt Dr. Roth, wie er einen Patienten mit eben diesem Locked-In Syndrom behandelt. Er erwähnt auch, dass das Zucken der Augenlider die einzige Möglichkeit ist, das Opfer zu finden.  

 

 

 

Damals konnten wir noch nicht ahnen, dass es sich bei dem Patienten um Mats und dem Opfer um seine Tochter Nele handelte. Dieser Brückenschlag zum Anfang, gefiel mir sehr gut und passte für mich in die Geschichte. 

 

 

 

Auch die Tatsache, dass das gesamte Buch nicht die eigentliche Reise, sondern nur die Hypnoseversion aus Mats Gedächtnis ist, fand ich ein spannendes Element. Fitzek zeigt dabei, dass er das Buch von langer Hand geplant und nichts dem Zufall überlassen hat. Das Detail mit dem Parfum von Mats Frau, beweist dies. 

 

 

 

Alles in allem war Flugangst 7A ein spannender, wenn auch nicht überragender Thriller. Ich kann ihn jedem Thriller-Fan empfehlen. Für mich war es das erste Buch von Sebastian Fitzek und ich fand das Buch einen guten Einstieg in Fitzeks Literatur.  

 

 

 

fls 

 


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