Enceladus

Cover für das Buch Enceladus von Brandon Q. Morris. hard Science Fiction. Rezension. Bewertung und Zusammenfassung

Ich freute mich wahnsinnig dieses Buch zu lesen. Der Einband klang sehr vielversprechend und die Tatsache, dass es sich um Hard Science-Fiction handelt (also Sci-Fi, die so auch passieren könnte!) machte das Buch nochmals attraktiver. Dennoch brauchte ich einige Zeit, bis ich mich an den sehr eigentümlichen Schreibstil gewöhnt hatte und so richtig spannend wird’s auch erst am Schluss.

 

 

Trotzdem hat mich Enceladus schnell in seinen Bann gezogen und ich begann mit Martin und der Crew mit zu fiebern.

 

 

Das Buch kann ich jedem Sci-Fi Fan empfehlen. Auch wenn es keine Klischee-mässigen Sci-Fi Elemente enthält, beschreibt Enceladus dennoch eine spannende Reise zu einer Welt, die noch nie ein Mensch betreten hat.

 

 

Dies ist mein erstes Buch aus dem Hard Science Fiction Genre, aber definitiv nicht mein Letztes!

 


Fazit

Ich bewerte dieses Buch mit 8/10 Punkten. Trotz eines gewöhnungsbedürftigen und etwas holprigen Anfangs, ist Enceladus ein packendes Buch, mit einer spannenden Handlung, glaubwürdigen Charakteren, faszinierenden Beschreibungen und ab und zu sogar einer Prise Unheimlichkeit. Leseempfehlung!

Der Author

Brandon Q. Morris ist ein Alias des deutschen Physikers und Buchautor Matthias Matting. Er studierte Physik, arbeitete dann jedoch als Journalist bei diversen Zeitschriften. Nebst Fachbüchern schrieb Matting auch Unterhaltungsliteratur, unteranderem die Eismond-Pentalogie.

Zahlen & Fakten

Seiten: 336

Verlag: Belle Epoque

Herausgabedatum: 06. November 2017

ISBN: 978-3945796924

 

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Meine Rezension (Achtung Spoilers!)

In Enceladus bricht ein Team von sechs Astronauten aus aller Welt auf, um den Saturnmond Enceladus auf organisches Leben zu untersuchen. 15 Jahre zuvor wurden von einer Sonde Hinweise auf solches Leben gefunden. Die Reise dauert ganze 27 Monate. Danach wird die Crew auf dem Mond landen, mit einem speziellen Fahrzeug (der Valkyrie) durch das kilometerdicke Eis bohren und die eisigen Ozeane des Saturnmond untersuchen.

 

 

 

Doch bei dieser Reise geht nicht alles gut. Die Crew muss immer wieder neue Probleme überwinden können, die oft tödliche Konsequenzen haben könnten.

 

 

 

Beispielsweise als Amy – die Kommandantin – schwanger wird, muss die Crew entscheiden, ob sie die Mission abbricht, oder das Risiko eingeht weiter zu fliegen und vielleicht nicht die nötigen Ressourcen zu haben, um zurück auf die Erde zu gelangen.

 

Die Probleme fühlten sich ab und zu etwas inszeniert an, etwa als die Triebwerke (DFDs) ausfielen. Gerade diese Herausforderung fand ich nicht nötig und ich dachte mir «Ist jetzt gut, lass’ sie doch mal in Ruhe». Andere Probleme, beispielsweise, dass das zweite KI-gesteuerte Raumschiff, von einem kleinen Asteroiden getroffen wird, fand ich passend, denn dies ist eine sehr reale Gefahr, die auch der Crew auf dem Hauptschiff droht.

 

 

 

So löst die Crew dann doch jedes Problem, welches auf die zukommt und schaffen es, auf Enceladus zu landen. Die ganze Reise ist dabei sehr wissenschaftlich beschrieben, was für mich sowohl Vorteile als auch Nachteile bietet. Einerseits gibt es der Geschichte einen starken Realismus. Wie bereits erwähnt handelt es sich bei Enceladus um «Hard Science-Fiction». Das heisst, alles was beschrieben wird, basiert auf wissenschaftlichen Fakten und könnte so auch im echten Leben geschehen.

 

Das macht die Geschichte höchst spannend und durch die Wissenschaftlichkeit der Beschreibungen, wird dem Leser nochmals verdeutlicht, dass dies alles echt sein kann. Mir persönlich, half das auch bei der Identifikation mit den Hauptpersonen. Ich konnte mir vorstellen, dass da tatsächlich sechs Menschen durchs All reisen!

 

 

 

Auf der anderen Seite nimmt es Brandon Q. Morris mit den Beschreibungen oft etwas zu genau. Häufig sind die Beschreibungen so detailliert und teils in Fachsprache, dass es mir schwer fiel, eine Vorstellung der Begebenheiten zu erlangen. Bis heute kann ich mir das Raumschiff nur schemenhaft vorstellen. Gerade der Innenaufbau ist mir nicht klar. Er spricht von einer Nabe, unzähligen Gängen und Rohren, die die Astronauten hinauf und hinunter klettern. Schleusen und Durchgänge zwischen Bereichen mit und ohne künstliche Schwerkraft. Schlaf-, Garten- und Kommandomodule, deren Ausrichtung sich ändern kann. Dies alles schaffte für mich nur Verwirrung.

 

 

 

Anfangs machte mir dies auch zu schaffen und ich kam nicht recht voran. Ich brauchte einige Zeit, bis ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, doch dann machte mir die Lektüre grossen Spass. Die vielen Details, sowie das grosse Wissen des Autors spielten dabei eine essentielle Rolle, denn sie gaben der Geschichte ihren Realismus und ermöglichten mir mich in die Personen hineinzuversetzen.

 

 

 

Die einzelnen Personen sind dabei sehr glaubhaft beschrieben. Jeder mit eigenen Charaktereigenschaften, Stärken und Schwächen. Einzig, dass am Schluss jeder irgendwie eine sexuelle Beziehung mit jemandem hat, fand ich nicht ganz nötig. Klar, dadurch wird der Einsatz erhöht. Martin der mit Francesca im Eceladus-Ozean feststeckt, will unbedingt Jiaying wiedersehen und der Leser fühlt fast automatisch mit.

 

 

 

Einzig die Rückblenden, also die Kapitel, die noch auf der Erde spielten, bereiten mir weniger Spass als der Rest und ich vermisste sie gar nicht, als Brandon Q. Morris den Fokus ganz auf die ILSE legte.

 

 

 

Gerade der Schluss, fand ich das Highlight des Buches. Die unheimliche Atmosphäre wird greifbar, als Francesca und Martin in der Valkyrie aufbrechen, um den Ozean zu untersuchen. Als Martin beschliesst, die Valkyrie zu verlassen, um einen Unterwasserspaziergang zu unternehmen, war ich endgültig gefesselt und konnte das Buch nicht mehr weglegen. Die düstere Stimmung fühlte ich selbst, mir war gar nicht wohl, als Martin allein durch den Wald aus Säulen wanderte und ich erschreckte sogar, als er sich umdrehte und die Säulen nun in die andere Richtung auch dichter beieinanderstanden. Auch die gruseligen Träume stellte ich mir super detailliert vor.

 

 

 

Besonders clever fand ich, dass der Autor die Sicht des Wesens einbaute. Erst begriff ich nicht, dass die kurzen, eingeschobenen Kapitel «Zeitalter der Fragen», aus der Perspektive des Wesens im Ozean stammten, doch nach und nach wurde dies immer klarer. Gerade als Formulierungen aus diesen Kapiteln in Martins Träumen auftauchten. Das Wesen, welches sich selbst als «Ich» bezeichnet, ist ebenso überrascht über die Eindringlinge (Es nennt sie «Nicht-Ichs»), wie die Crew über das Wesen. Ich bin gespannt, ob dieses Wesen noch eine Rolle spielen wird in den nächsten Bänden.

 

 

 

Die Rettungsaktion wurde dann in gelassener Neutralität beschrieben. Ich hätte mir gewünscht, dass Brandon Q. Morris hier etwas auf die Sachlichkeit verzichtet hätte und dabei etwas mehr auf die gefangenen Personen eingegangen wäre. Ich fühlte die Angst und Ungewissheit, welche Francesca und Martin definitiv spürten nicht sonderlich und auch der Tod von Marchenko schmerze mich deshalb nicht so sehr. Martin und die anderen schienen zwar schockiert, aber dennoch resigniert und so fühlte ich den Tod nicht so stark. Ich fand das schade, da Marchenko ein wesentliches Opfer brachte, damit Martin und Francesca (seine Geliebte) überleben können. Zu allem Übel, wird er auch noch von einer Spalte im Eis verschluckt und Martin kann ihn nicht bergen.

 

 

 

Rückblickend kann ich trotzdem sagen, dass mir Enceladus sehr viel Spass bereitete und irgendwann konnte ich das Buch kaum mehr weglegen. Nun kann ich kaum warten bis ich die nächsten vier Bände lesen kann.

 

 

 

Empfehlen kann ich das Buch wirklich allen Science-Fiction Fans. Mit dem Genre Hard Science-Fiction kombiniert Brandon Q. Morris Realismus mit Science-Fiction und kreiert dabei eine packende Geschichte, die wenig zu wünschen übrig lässt.

 

fls

 


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