Alpha & Omega

Apokalypse für Anfäger

Buchumschlag, Einband zum Buch Alpha & Omega, Apokalypse für Anfänger von Markus Orths. Rezension, Bewertung und Zusammenfassung

Alpha & Omega – Apokalypse für Anfänger gehört nicht zu der Art Bücher, die ich normalerweise lese. Gerne darf bei mir ein Buch mit spannenden Sci-Fi-Elementen ausgestattet sein, dem Leser ein bisschen Angst machen und von der Prämisse her sehr ernst.

Dieses Buch ist nicht so. Es ist das genaue Gegenteil. Das hat mir die Lektüre anfangs etwas erschwert, je mehr ich las, desto mehr fand ich mir aber damit zurecht und das Lesen wurde flüssiger und zu einem wahren Genuss. Es ist ein Buch, welches sich selber nicht so ernst nimmt, und keine Chance verpasst, dies den Leser spüren zu lassen.

Nach einiger Zeit gefiel mir das Buch aber immer besser, sodass ich auch immer schneller las. Dennoch ist es mit seinen 525 Seiten kein kurzes Buch, wenn man die Tatsache bedenkt, dass die Schriftgrösse sehr klein ist.

 

Nichtsdestotrotz kann ich rückblickend sagen, dass das Buch ganz okay war. Nichts bahnbrechendes, aber trotzdem ein Buch, welches mir Spass machte zu lesen. Vom Stil her empfehle ich es allen, die gerne Komödien lesen, denen aber die Fantasy- und Science-Fiction-Elemente nichts ausmachen. Für hardcore Sci-Fi-Fans ist dieses Buch nicht zu empfehlen, da der Fokus des Buches nicht auf den eigentlichen Science-Fiction-Motiven beruht.


Mein Fazit

Ich bewerte dieses Buch mit 6,5/10 Punkten. Gute Ansätze und spannende Themen, wurden durch schlechten Humor und merkwürdige Szenen entkräftet.

Der Autor

Markus Orths wurde am 21. Juni 1969 in Viersen, Deutschland, geboren. Er studierte Romanistik, Englisch und Philosophie und verfasste 2003 seinen Roman "Lehrerzimmer", welcher sein erster grosser Erfolg wurde. Heute lebt Markus Orths in Karlsruhe.

Zahlen und Fakten

Seiten: 525

Verlag: btb

Herausgabedatum: 2014

ISBN: 978-3442713646

 

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Rezension (Achtung spoilers!)

Meinen grössten Fehler beging ich noch bevor ich das Buch überhaupt kaufte. Bei der Beschreibung auf Amazon lass ich nur die ersten drei Sätze – und diese begeisterten mich. Von einem plötzlich erschienenen schwarzen Loch und einem Mensch mit drei Hirndritteln war die Rede. Danach war ich überzeugt vom Buch und bestellte es. Das führte dazu, dass ich mit der Erwartung einen spannenden Sci-Fi-Thriller zu lesen das Buch öffnete. Umso „enttäuschter“ war ich, als ich nach einigen Seiten realisierte, dass dieses Buch so ganz und gar nichts mit einem Thriller auf sich hatte. Als ich die Amazon-Beschreibung ein zweites Mal (jetzt komplett) durchlas, stellte ich fest, dass ich das hätte merken können.

 

 

Dennoch wollte ich nicht aufgeben, da ich das Buch aufgrund seines Andersseins irgendwie spannend fand. So las und las ich und merkte, dass sich das Buch gar nicht um dieses schwarze Loch dreht. Markus Orths erschafft spannende, wenngleich sehr seltsame, Charaktere und lässt den Leser von Anfang an mit dabei sein. Auf seinen 525 Seiten findet Markus Orths auch reichlich Platz dafür und dies führt dazu, dass man mit den Personen mitfühlt. Erstaunlich ist, dass der Leser trotz der vielen Personen nicht den Überblick verliert. Alle sind irgendwie wichtig, auch wenn das nicht immer von Anfang an klar ist.

 

 

Ich möchte nun noch auf Markus Orths Schreibstil zu sprechen kommen. Markus Orths schreibt sehr bodenständig (wenn es sowas überhaupt gibt), klar und deutlich. Seine Beschreibungen sind präzis genug, dass ich mir die Szenerie mühelos vorstellen kann.

Dennoch habe ich zwei grosse Probleme mit dem Buch. Nummer Eins ist der Humor; Für mich ist das Buch nicht sonderlich witzig im ursprünglichen Sinne. Es funktioniert mit absurden Charakteren (Eine Frau die sich „Bitch“ nennt, ein schwuler Buddha etc.), die in normalen Situationen nicht das tun, was man erwarten würde. Ein Beispiel dafür findet sich gegen Ende des Romans, als Tashi Deutsch gelernt hat, aber nur gut genug, damit er sich verständigen kann. Er sagt dann beispielsweise „Ente“ anstatt „Entität“. Ich persönlich finde diesen Humor nicht wirklich lustig und es gab wenige Stellen, bei denen ich zumindest schmunzeln musste. Generell muss ich sagen, dass ich das Buch nicht wirklich lustig fand. Ich würde es mehr als komisch oder absurd bezeichnen – wie gesagt ist dies allerdings mein Humor, der hier nicht getroffen wurde.

 

 

Beim zweiten Problem handelt es sich um die Sexszenen – die unzähligen Sexszenen. Ich verstehe nicht ganz was der Sinn dahinter war. Das Buch wäre genauso gut (wenn nicht besser!) gewesen, ohne dass Markus Orths auf zwei Seiten beschrieben hat, welche Sextoys Kolja und Bitch auf der Insel ausprobieren, oder was Sabrina gerne mit ihren Männern anstellt. Diese ordinären Szenen tragen meiner Meinung nach nichts zu der Geschichte oder der Charakterentwicklung bei. Einige sind auch spannend zu lesen, Markus Orths hat hier aber das Mass weit verfehlt.

 

 

Damit zusammenhängend ist auch meine grosse Enttäuschung über das Ende des Buches. Elias Zimmermann kehrt zurück in seine Zeit (525 nach Omega), wo seine Welt nach wie vor von einem Asteroiden bedroht wird. Nun stellt sich heraus, dass Omega auch in dieses Jahr gereist ist, was an sich kein Problem darstellt. Als sich der Asteroid allerdings als Raumschiff entpuppt, erwartete ich voller Spannung ein gutes Ende. Was ich erhielt, war eine pure Enttäuschung. Das Schiff stoppt kurz bevor es die Erde berührt, am „Steuer“ sitzt ein Alien (allerdings sieht jeder Mensch sich selbst), das Alien winkt und das Schiff fährt weg. Die Welt ist gerettet, aber da alle Frauen sterilisiert wurden, gibt es nun einen Gangbang und Omega vögelt alle Männer die sie trifft, und bringt 30 Kinder zur Welt.

 

 

Das ist kein Witz. Das ist das Ende. Schon wieder eine überflüssige Sexszene und ein Ende, das den Leser sehr unbefriedigt zurücklässt. Alles wird in einigen wenigen Seiten abgehandelt und auf der letzten Seite, fasst Elias Zimmermann sein Leben zusammen und  stirbt. Ein solch schreckliches Ende habe ich noch nie gesehen.

 

 

Abschliessend muss ich dennoch sagen, dass mir das Buch eigentlich gut gefallen hat. Durch seine absurden Charakteren und seine Unkonventionalität, bot das Buch einen angenehmen Kontrast zu meiner üblichen Lektüre. Ich empfehle das Buch allen, die gerne leichte Lektüre lesen, über die man nicht viel nachdenken muss.

 

 

fls


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